Rezitation, Gesang und Musik

Carmen Barann und Martin Tschoepe

 

Sonntag, 25. Januar 2026, 17 Uhr

Evangelisch-Reformierte Kirche, Karspüle 11, Göttingen

 

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

LiliGrünFoto

Lili Grün, geboren 1904 in Wien, träumte zunächst davon Schauspielerin zu werden. Gleichzeitig verfasste sie aber schon Gedichte und Kurzgeschichten und schrieb auch drei Romane, die beachtliche Erfolge erzielten. Ihre Gedichte und Prosatexte schrieb sie ganz im Zeitstil der neuen Sachlichkeit, die vorwiegend von den Herausforderungen der „modernen Frau“ handelten. Frech, unverblümt und selbstironisch beschreibt sie Verliebtheit und Ernüchterung, Alltagssorgen und rasch zu verdrängende Nächte mit einer ganz eigenen heiteren, aber auch melancholischen, bittersüßen Note. Die literarische Nähe zu Irmgard Keun, Mascha Kaléko, Erich Kästner und Kurt Tucholsky ist unverkennbar. Nach der Okkupation Österreichs durch die Nationalsozialisten 1938 hatte sie als jüdische Schriftstellerin keine Möglichkeit mehr zu publizieren. Lili Grün wurde 1942 aus Wien deportiert und ermordert. Ihr Werk wurde bald danach vergessen und erst vor wenigen Jahren Dank mehrerer Veröffentlichungen im Berliner Aviva-Verlag wieder ans Licht gebracht.

 

Carmen Barann und Martin Tschoepe haben sich mit dem zu unrecht, wie sie finden, vergessenen Leben und literarischen Werk Lili Grüns auseinandergesetzt und widmen ihm nun ein eigenes Programm. In ihren Rezitationen spüren sie der Dichterin nach und schaffen es auch durch die eigens für die Lesung arrangierte und komponierte Gambenmusik die Stimmung der Worte hervorzuheben und die kribbelnde Atmosphäre der 30er Jahre in Wien und Berlin einzufangen.

 

Bild 1 Beide